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Tobias Brinkhorst

Tobias Brinkhorst

QX: Tobias, seit März bist du Head of eCommerce der Groupon GmbH. Was reizt Dich daran?

Tobias: Groupon ist ja laut Forbes das derzeit am schnellsten wachsende Unternehmen der Welt, aber in Deutschland beispielsweise erst seit eineinhalb Jahren aktiv. Es ist also ein extrem dynamisches Start-Up. Es macht Spaß, Strukturen in ein so junges Unternehmen zu bringen und es gemeinsam mit seinem talentierten Team weiterzuentwickeln.

QX: Für Groupon bist du von der freiberuflichen Beratertätigkeit wieder in die Festanstellung gegangen. Was hat Dich zu diesem Schritt bewogen?

Tobias: Ich habe fast dreieinhalb Jahre als Projektmanager bei der Telekom mit der Markteinführung des iPhones das wahrscheinlich aufregendste Projekt in der Mobilfundindustrie begleitet. Natürlich war ich dabei integriert in ein Team, blieb aber aufgrund meiner Position immer »nur« beratend an Entscheidungen beteiligt.

Abgesehen von meinem privaten Wunsch, das Pendeln zwischen Arbeits- und Wohnort zu reduzieren, habe ich nun in Berlin wieder eine leitende Funktion übernommen. Ich habe die operative Verantwortung für einen Geschäftsbereich inne, führe ein Team und treffe wieder direkt Entscheidungen.

QX: Wir alle kennen Jamba! als Anbieter von Handy-Klingeltönen. Du hast das Unternehmen in seinen Anfangszügen begleitet und dafür sogar Dein Studium unterbrochen. Welche Erfahrungen konntest Du in der Gründungsphase sammeln?

Tobias: Ich habe einen der Gründer von Jamba! auf einer Start-Up-Veranstaltung in Berlin kennengelernt als ich gerade ein Praktikum bei Pixelpark absolviert habe (zu dem ich übrigens dank QX bzw. damals noch RiFu gekommen bin). Jamba! hatte mir dann ein attraktives Angebot gemacht, das ich gerne angenommen habe. Wenn ich mich recht erinnere, war meine Personalnummer bei Jamba! die 19. Ich war also sehr früh dabei – zu einem Zeitpunkt als man den meisten noch erklären musste, warum mobile Dienste wie z. B. Klingeltöne für das Handy ein lukratives Geschäft sind, wo doch schließlich jedes Telefon mit vorinstallierten Klingeltönen ausgeliefert wurde.

Es war für mich eine Chance, sehr früh und ehrlich gesagt auch noch recht unerfahren, verhältnismäßig viel mitgestalten zu können. Das war eine intensive, aber natürlich auch extrem lehrreiche Zeit und ich freue mich heute darüber, Pionierarbeit in einer Branche geleistet zu haben, in der heute Milliarden umgesetzt werden.

QX: Nach drei Jahren konnte Dich Jamba! wieder für sich gewinnen. Wie kam es zu Deinem »Comeback«?

Tobias: Ich hatte für meine »erste Zeit« bei Jamba! mein Studium unterbrochen wie Du eben ja auch schon erwähnt hast. Es stand jedoch nie außer Frage, dass ich mein Studium beenden würde. Nachdem ich das getan hatte, habe ich noch ein Jahr als Berater bei Vodafone in London und Düsseldorf verbracht, bevor ich in leitender Funktion wieder zu Jamba zurückgekehrt bin. Es war auch ein bewusster Karriereschritt, um nach dem Abschluss meines Studiums Verantwortung für Personal, Budget und Umsatz zu übernehmen.

QX: Ehrenamtliches Engagement spielt für Dich eine große Rolle – Du engagierst Dich als Volunteer bei dem Junge Helden e.V., der McDonald's Kinderhilfe und begleitest zusammen mit Deiner Frau ein Kind in Afrika beim Erwachsen werden. Was ist Deine treibende Kraft?

Tobias: Ich führe ein sehr glückliches Leben, habe eine wunderbare Frau und viele Freunde. Ich hatte einfach Glück, in eine tolle Familie geboren worden zu sein und das auch noch in einem reichen Land wie Deutschland.

Ich möchte einfach etwas von dem Glück zurückgeben, das mir widerfährt und das nicht nur in Form von anonymen monetären Spenden, sondern auch aktiv. Deshalb arbeite ich (wenn derzeit auch leider unregelmäßig) an Wochenenden sozusagen als Herbergsvater im Berliner Ronald McDonald Haus und unterstütze den Organspende-Verein »Junge Helden e.V.« bei Projekten oder mit Kontakten.

Es ist richtig, meine Frau und ich unterstützen ein ehemaliges Straßenkind in Uganda und begleiten seine Ausbildung. Im Rahmen eines Schulhilfsprojektes haben wir Boniface persönlich kennen gelernt. Sein Schicksal hat uns so berührt, dass wir uns dazu entschieden haben, ihm nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch seine Schulausbildung zu ermöglichen. Er besucht nun ein Internat und macht dort im kommenden Jahr seinen Abschluss. Ich denke, dass wir ihn auch in der Universität weiter begleiten werden. So helfen wir ihm, sich selbst zu helfen. Für uns ist dies ein Weg, um die Zukunft auch für die Armen dieser Welt positiv zu gestalten.

QX: QX begleitet Dich seit Deinem Studium. Im Sommer dürfen wir bei Dir und Deiner Familie in Eurer traumhaften Villa in Berlin zu Gast sein. Was bedeutet das Netzwerk für Dich?

Tobias: Du hast Recht. Über eine Dekade bin ich ja jetzt schon dabei... wow!

In erster Linie sind es die interessanten Kontakte, die mich reizen. Der Austausch mit vielen spannenden Menschen und Talenten aus den unterschiedlichsten Branchen und mittlerweile allen Bereichen des Lebens. Es geht bei weitem nicht mehr nur um eine tolle Karriere. Es sind die Denkanstöße und geistigen Anregungen, die man gewinnt und die das Netzwerk zu dem Besonderen machen, was es ist. Darum freuen meine Frau und ich uns auch sehr darauf, im Juli Gastgeber für das nächste „QX is coming home“ zu sein.

QX: Und zu guter Letzt die obligatorische Frage: Was ist dein Vanity?

Tobias: In einem Wort: Reisen. Ich bin gerne unterwegs und entdecke die Welt. Mittlerweile allerdings nicht mehr allein, denn ich habe im vergangenen September sozusagen eine Familie geheiratet und nun gehen wir gemeinsam auf Reisen. Diesen Sommer zum Beispiel fliegen wir nach Hawai´i.