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Dr. Shamsey Oloko

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QX: Du bist in Berlin geboren und hast teilweise nigerianische Wurzeln. Wie hat Dich das in Deinem Wesen beeinflusst?

Shamsey: Das ist schwer zu sagen, denn ich weiß natürlich nicht, wie ich mich ohne meine nigerianischen Wurzeln entwickelt hätte. Zumindest in meiner Erziehung hat sich die Kultur meines Vaters eigentlich kaum bemerkbar gemacht, und ich habe aus dieser Richtung keinen prägenden Einfluss erfahren. Demgegenüber haben mich meine Berliner Wurzeln sehr stark geprägt. Ich bin zwar glücklicherweise kein mürrischer und unterkühlter Berliner geworden, aber ich habe den Freigeist der Stadt in vollen Zügen eingeatmet und erlebe täglich Weltoffenheit, Respekt und Toleranz der Mitmenschen. Berlin wird mir mit seinem schier endlosen Entfaltungsspielraum immer am Herzen liegen und ich glaube, dass die Stadt auch zukünftig einen entscheidenden Einfluss auf mein Wesen besitzen wird.

QX: Nach dem Studium gleich in die Promotion. Was hat Dich dazu bewegt und was waren Deine Antreiber dafür? Wann dürfen wir Dich „Dr. Oloko“ nennen?

Shamsey: Im Grunde genommen waren es drei Punkte, die mich zur Promotion bewegt haben: Differenzierung, Interesse und Karriere. Differenzierung, weil ich mich als BWL-Absolvent als einer von vielen gefühlt hatte und nicht im Meer der Mittelmäßigkeit versinken wollte. Interesse, weil ich über das Thema Cause related Marketing promoviert habe, das psychologische Aspekte des Marketings mit moralisch-normativen Aspekten der Corporate Social Responsibility verknüpft. Da dieses Thema nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit trotz seiner Relevanz eher geringe Aufmerksamkeit in der Forschung erfahren hatte, konnte ich quasi eine Pionierarbeit leisten. Karriere, weil ein Doktortitel eine Investition in die Zukunft ist und Dich stets auf all Deinen Wegen begleiten wird. Die Disputation ist für November dieses Jahres angesetzt und dann werden die Korken knallen!

QX: Welchen Stellenwert hat Leidenschaft für Dich im Berufsleben?

Shamsey: Einen sehr hohen! Ich glaube, dass ein Mensch nur durch Leidenschaft in die Lage versetzt wird, Großes zu leisten. Leidenschaft im Berufsleben führt bei mir auch dazu, dass ich das Thema Work-/Life-Balance viel entspannter betrachten kann, denn eine leidenschaftliche Tätigkeit kann zwar anstrengend sein, ist aber in meinen Augen keine „Arbeit“ von der ich mich „erholen“ müsste. Dieses innere Feuer tagtäglich brennen lassen zu können ist ein Privileg und ich halte es für eines der wichtigsten Mosaikstückchen meiner eigenen Lebensqualität.

QX: Neben Deiner Lehrtätigkeit an zwei Hochschulen hast Du vor drei Monaten mit zwei Freunden ein Unternehmen mit Sitz in Berlin gegründet und bist da als Managing Director tätig. Welche Idee verbirgt sich hinter dem neuen Unternehmen?

Shamsey: Diese Idee ist sehr spannend und meinerseits natürlich auch mit viel Leidenschaft verbunden. Im Kern geht es darum, die beiden Marketinginstrumente Celebrity Product Placement und Cause related Marketing miteinander zu verzahnen. Wenn Stars Markenprodukte von Unternehmen privat oder auf offiziellen Anlässen tragen und dabei fotografiert werden, dann ist das für die Unternehmen eine wichtige Lifestyle-PR, die von der Wirkung her einer normalen Werbeanzeige in der Regel weit überlegen ist. Das beste Beispiel dafür ist der legendäre Aufstieg von Ed Hardy durch Madonna. Wenn nun die Stars beim Tragen der Kleidung gleichzeitig auch noch etwas „Gutes“ tun können, dann profitieren im Endeffekt das Unternehmen, der Star und die Gesellschaft von einer einzigen Aktion.

QX: Und zum Abschluss jedermanns Lieblingsfrage: Was ist Dein Vanity?

Shamsey: Ich bin quasi seit Jahren ein Experte in Sachen GZSZ, DSDS und Popstars – zur Not auch mit Unterstützung meines anachronistischen Videorekorders!