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Romy Kraus

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QX: Thomas hat Dich bereits zu RIFU-Zeiten kennengelernt und Dich immer als „Frau Medienkonvergenz“ bezeichnet. Wie kam es zu diesem Titel und was war 1997 Dein Einstieg in die Internet-/Medienwelt?

Romy: Meine Faszination von ‘TV meets the Web’ konnte ich wohl damals schon schwer verbergen. Die komplexen Auswirkungen auf die Entertainment-und Technlogiebranche sowie das Medienverhalten fand ich extrem spannend. Obwohl Konvergenz mehr in den Laboren und Strategiepapieren stattfand und sich in den häuslichen Wohnzimmern noch gar nichts ‘traf’. Blut geleckt habe ich waehrend meiner 1-jährigen Station 1997 in Seattle. Seitdem bin ich ein bekennender Marketing- und Medien-Geek.

QX: Du hast bereits einiges in der Medienbranche erreicht. Angefangen vom Manager Convergence Solutions bei PIXELPARK bis zum Head of Entertainment Marketing bei SONY EUROPE. Was war für Dich bisher die größte Job-Herausforderung und was hat Dir dabei am meisten geholfen, diese zu meistern?

Romy: Konvergenz war immer Strategie-Thema, aber in der operativen Umsetzung sehr viel komplexer. Zunächst habe ich sowohl bei Bertelsmann als auch Sony das Thema von der Technologie-Seite bearbeitet und Prototypen für interaktives Fernsehen und mobile Applikationen gebaut. Dann ging ich ins Integrations-Marketing bei Sony und bin anfangs mit Zeichnungen unter dem Arm durch die Etagen gezogen, um Ideen von Marketing-Synergien zwischen VAIO Laptops und James Bond zu verkaufen – oder WALKMAN und P!nk. Was konzern-strategisch allen bewusst war, stiess im Tagesgeschaeft auf logistische Herausforderungen – von Content- und Rights Management bis hin zu Talent Endorsement Regeln. So habe ich in London bei Sony Europe eine interne Abteilung für übergreifendes Entertainment-Marketing aufgebaut, um integrierte Kampagnen zu entwickeln und Europa-weit zu implementieren. Geholfen hat mir über die Jahre der Querbeet-Einblick in Technologie-, Film-, Musik-, und Spielebranche -- und auch eine gewisse Portion Sturheit, selbst wenn ich gegen einige Sparten-Wände lief.

QX: Nach Deiner Zeit bei Sony hast Du Dich entschieden in die Fernsehproduktion zu wechseln. Wie kam es zu diesem Schritt hinter die Kamera?

Romy: Ich habe zuvor bereits TV-Kampagnen und Branded Content produziert – aber immer von der Marketing Perspektive. Was mich reizte, war der Komplett-Einblick in die TV-Branche - von der Skriptentwicklung über Pitch, Finanzierung, Commissioning und Vertagsverhandlungen bis hin zum finalen ‚Green-Light‘. Mit einer amerikanischen Produktionsfirma haben wir ein interaktives Serien-Konzept entwickelt und gerade das OK für die Pilotierung im US Fernsehen bekommen. Ein 15-monatiger Prozess mit vielen Hürden, gerade weil wir in der Pitch-Phase in den Drehbuchautoren-Streik in Hollywood geraten sind. Aber rückblickend beruflich eines der spannendsten Projekte.

QX: Seit September bist Du jetzt mit Deiner eigenen Firma Murakami Media in London und förderst junge Künstler. Welche Ziele stehen hinter Deinem neuen Projekt?

Romy: Der Anstoss kam bereits mit der ersten BRAVIA-Kampagne ‚Balls‘ und dem Song ‚Heatbeats‘ von Jose Gonzalez. Meine erste Goldene Schallplatte! Wir konnten einem Künstler zum Durchbruch verhelfen, ohne ihn zum Sell-Out zu machen. Murakami ist Berlin-London basiert und genau diese Plattform für kreative Kollaborationen zwischen Künstlern und Marken; allerdings nicht klassisches Product-Placement sondern komplett neue Format- und IP-Entwicklung von Social Media Applikationen bis zu Online & TV-Shows. Das mit der ‚Frau Medienkonvergenz‘ stimmt also noch immer.

QX: Zum Schluss noch kurz und schmerzlos: Was ist Dein Vanity?

Romy: ‚Kreations-Passion‘. Wenn mich ein Projekt kreativ interessiert, gehe ich in einen Download-Mode und rotiere bis die Idee auskonzipiert auf dem Papier steht. Deshalb habe ich auch immer einen Skizzenblock bei mir. Waehrend dieser Phase bin ich selten ansprechbar.