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Jo B. Nolte

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QX: Du bist gewissermaßen ein Gründungsmitglied unseres Netzwerkes und von Anfang an selbständige Unternehmerin, seit 2004 auch Business-Coach und Outdoor- Management- Trainerin. Was hat Dich dazu bewogen, in diese Richtung zu gehen?

Jo B.: In die Selbständigkeit bin ich schon 1995 eingestiegen - allerdings zunächst mit den Schwerpunkten Business Etikette und Existenzgründungsberatung. Die Methode Outdoor habe ich in mein Portfolio aufgenommen, weil ich anhand eigener Erfahrungen erlebt habe, wie wirkungsvoll und nachhaltig sich das Gelernte auch später in Business- Situationen durch verankerte Assoziationen jederzeit abrufen und anwenden lässt.

Ich habe gelernt, mich mit meinen ureigensten Ängsten zu konfrontieren und sie zu überwinden. Ein Beispiel ist meine Höhenangst, die mich mein Leben lang eingeschränkt hat. Heute arbeite ich als zertifizierte Trainerin im Hochseilgarten und bezwinge in meiner Freizeit 200 Meter hohe senkrechte Steilwände.

Der Transfer in den Geschäftsalltag ist nach solchen Herausforderungen nur noch eine Frage der gezielten Reflektion, um sich die Erkenntnisse nutzbar zu machen.

QX: Bei Deinen Outdoor-Abenteuern gehst Du sowohl mit Unternehmern als auch Top-Managern durch einen Hochseilgarten. Wie unterscheidet sich hier das Verhalten dieser beiden Typen?

Jo B.: Bei den Top-Managern kommt hin und wieder das hierarchische Denken durch, das sie aus ihren gewohnten Strukturen kennen. Bevor sie eine gestellte Aufgabe lösungsorientiert angehen, konzentrieren sie sich beispielsweise auf Rollenklärung und -akzeptanz. Die Varianten reichen von der solide moderierten Wahl einer geeigneten Führungskraft zur Bewältigung der Herausforderung bis hin zu unterschwelligen Machtgefechten, weil die Alpha-Tiere ihr Terrain beanspruchen.

Viele Unternehmer hingegen sind durch ihren Alltag geprägte Einzelkämpfer. Sie führen zwar ihre Mitarbeiter, haben aber auf gleicher Augenhöhe keine Sparringspartner, sondern agieren vorwiegend als Allein-Entscheider. Ihre Herangehensweise bei Interaktionsaufgaben ist sehr unterschiedlich. Manche suchen einfach eine adäquate Lösung für sich selbst, andere schließen Kooperationen, um gemeinsam mehr zu erreichen. Auch das ist wie im wirklichen Leben...

QX: Du bist auf der Leadership Conference als Referentin mit ‚Die Accessoires der Macht’. Was haben wir von diesem spannenden Titel zu erwarten?

Jo B.: Es wird bei diesem Thema definitiv nicht nur um oberflächliche Statussymbole gehen, die äußerlich sichtbar den Anschein von Macht demonstrieren sollen. Vielmehr beleuchte ich einige psychologische Aspekte der Machtausübung, um zum Beispiel den Unterschied von manipulativer Macht und wirkungsvoller Einflussnahme auf einen Gegenüber aufzuzeigen.

Das Ganze bekommt einen direkten Praxisbezug durch den strategischen Einsatz wirkungsvoller ‚Accessoires der Macht’, also der erfolgreichen Kombination von Körpersprache, Stimme und der optimalen äußeren Erscheinung zur Zielerreichung.

Die hohe Kunst im Spiel mit der Macht liegt darin, sich dieses variantenreiche Instrumentarium authentisch und zielorientiert in jeder Geschäftssituation zunutze zu machen.

Und falls es jemand noch nicht weiß - Macht macht sexy!

QX: Was ist Deine Vanity?

Jo B.: Ich liebe und brauche Facettenreichtum in meinem Leben. Die Spanne zwischen Outdoor- Adventure und gehobenen Umgangsformen auf dem Business- Parkett zeigt dies schon markant auf. Wesentliche Merkmale meiner Denkstruktur und Handlungsweise sind Pragmatismus und ein Revoluzzer-Herz. Und ich genieße es, bewusst Konventionen zu brechen, weil ich die Konsequenzen einzuschätzen vermag.