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Henning Zander

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QX: Du warst vor Deiner derzeitigen Tätigkeit bei Consart Managements Consultants in der Beratung beschäftigt und hast maßgeblich an deren Gründung eines Münchener Büros mitgewirkt. Dann hast Du die Beratungsbranche verlassen und bist jetzt bei der Aareal Bank als Managing Director tätig. Was war Deine Motivation, die Seiten zu wechseln und was fasziniert Dich an Deiner jetzigen Tätigkeit.

Henning: Ich kann viele Dinge fortführen, die ich in der Beratung geschätzt habe und gleichzeitig neue Aspekte lernen. Mich hat es immer fasziniert, schnell neue Themen zu durchdringen und eine Lösung zu finden. Als Berater bist Du aber kaum für die Umsetzung verantwortlich. Insbesondere nicht als Managementberater. In der Aareal Bank kann ich jetzt Themen länger begleiten und insgesamt mehr an einem Gesamtbild mitarbeiten. Das geht nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand und eine gemeinsame Strategie. Ich habe die Chance als „Captain Future“ das Konzernprogramm FUTURE zu verantworten und viele Aktivitäten loszutreten. Das ist ein Job, bei dem sehr viele Informationen zusammenlaufen. Das ist in einer „normalen“ Zeit schon hoch spannend, in den Zeiten der jetzigen Systemkrise ist das eine einmalige und sehr prägende Erfahrung.

QX: Der Bankensektor erfährt gerade eine große Veränderung; täglich hören wir neue Hiobsbotschaften. Wie wird sich Deiner Meinung nach die Welt der Banken in absehbarer Zeit verändern? Wie lebt es sich mit dem Status eines zweifelhaften „Lieblings der Nation“ und wie gehst vor allem Du mit der Unsicherheit in dieser Branche um?

Henning: Also wie die Bankenlandschaft in der Zukunft aussehen wird, ist natürlich extrem schwer zu sagen. Die rasante Entwicklung der letzten Monate hat ein historisches Ausmaß. Die Veränderungen von Jahren, vielleicht Jahrzehnten davor, waren nicht so gravierend. Man kann aber schon einige Trends erkennen. So werden die Produkte und Transaktionen weniger komplex und riskant sein. Damit sinken natürlich auch die Renditen. Das führt letztlich zu geringeren Gewinne, einer im Vergleich zu anderen Branchen abnehmenden Attraktivität und Arbeitsplatzverlusten. Außerdem konzentrieren sich viele Player vermehrt auf ihre Heimatmärkte.

Stichwort „Lieblinge“: wirklich beliebt waren Banker wohl nie. Aber es herrschte mal eine hohe Anerkennung und Bewunderung. Und selbstverständlich gab und gibt es enorm viele Neider. Fragt man sich nach den Gründen, dann sollte man immer zuerst bei sich selbst anfangen. Gerade die Investmentbanker sind schon sehr von sich überzeugt gewesen. Aber auch die Großbanker haben immer gemeint, dass sie den anderen Leuten die Welt erklären konnten. Das hat mir schon damals missfallen. Anspruch und Wirklichkeit haben nicht überein gestimmt. Häufig sind die großen Institute kaum noch steuerbar und auch nicht mehr kontrollierbar gewesen.

Ich würde mir aber mal wieder eine Versachlichung in der ganzen Diskussion wünschen. Und es sollten weniger politische Lösungen und dafür volkswirtschaftlich sinnvollere Konstrukte entwickelt werden. Das beherzte Eingreifen der Politik verurteile ich nicht, aber was da für Salven aus Berlin kommen ist unhaltbar. Und mal ganz ehrlich: die Banken mit den größten Problemen zu Beginn waren ja die staatsnahen Institute.

QX: Durch ein von Dir initiiertes jährliches Treffen hältst Du zu Deinen ehemaligen Kommilitonen seit 13 Jahren Kontakt und bist auch schon seit Beginn QX- Mitglied. Welche Meinung hast du generell von Karrierenetzwerken und aus welchem Grund hast Du trotz Deiner hervorragenden Qualifikationen auch die Kontakte unseres Netzwerkes in Anspruch genommen?

Henning: Du sprichst da mein Gansessen in Bayreuth an. Das ist echt mein Lieblingsevent im Jahr. Wir treffen uns mit immer noch ca. 70 ehemaligen Kommilitonen zu einer Wanderung am Samstag vor dem 3. Advent und essen dann gemeinsam Gans. Danach wird noch ordentlich gefeiert und alle genießen es, mal wieder wie in alten Studentenzeiten Gas zu geben. Die enge Verbindung vieler Ex-Bayreuther ist außergewöhnlich. Das gilt für die Freundschaften und in gewisser Weise auch für die Karrierechancen. In Bayreuth hat man sich halt fast jeden Tag in der Uni gesehen und abends auf den Parties waren auch die gleichen Leute. Das schweißt zusammen.

RIFU hat zum Ende meines Studiums den Kontakt zu Consart hergestellt. Darüber bin ich an meinen Einstiegsjob gekommen. Allein dafür hat sich die Mitgliedschaft gelohnt. Die fünf Jahre in der Beratung waren sensationell und es hat richtig Spaß gemacht.

QX: Du hast schon in jungen Jahren, zu Deiner Skaterzeit, den Wettbewerb geliebt und bist als Banker gerade einer der Underdogs in der Wirtschaft.
 
Fährst Du – obwohl es sich schlecht mit Anzug und Krawatte skaten lässt – nachts noch heimlich um die Ecken?

Henning: Der Hund sollte aufpassen, es droht ihm eine Hüftdysplasie. Meine aktive Skaterzeit ist vorbei. Ich hab zwar noch so ein langes Flexboard, das hat jedoch mit dem Fahren von früher nichts zu tun. Aber im Kopf wird man das nie los. Wenn ich durch die Straßen gehe, sehe ich ständig Bordsteine, Treppengeländer, Bänke oder andere Sachen, die sich zum skaten eigenen. Man spielt dann kurz einen kleinen run im Kopf durch und überlegt sich ein paar Tricks.


QX: Du planst, dieses Jahr im Sommer zu heiraten. (Herzlichen Glückwunsch von unserem QX-Team!) Sollte auf Deiner Hochzeit eine Fee zu Gast sein und Dir als Hochzeitsgeschenk drei Wünsche erfüllen, welche wären das?

Henning: Gesundheit, Erfolg und Spaß am Leben. Ich wäre allerdings froh, wenn mir die Fee im Vorfeld bei der Locationsuche helfen könnte. Ist gar nicht so einfach.

QX: Was ist Dein Vanity?

Henning: Meine Frisur ist mir total wichtig (haha).