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Fabian Zähringer

QX: Seit 1. August bist Du Geschäftsführer eines Weinguts. Nach Doppelmaster-Studium in St. Gallen und fast drei Jahren bei der Credit Suisse in Zürich ist das ein ungewöhnlicher Schritt. Wie kam es dazu?

Fabian: Ja, mein Leben hat sich in den letzten vier Monaten doch ziemlich verändert. Ende April habe ich meinen Job bei der Credit Suisse in Zürich gekündigt und mich entschieden im elterlichen Weingut einzusteigen. In Heitersheim, zwischen Basel und Freiburg i.Br. gelegen, macht meine Familie schon seit 1844 Wein. Bereits 1986 hat mein Vater auf biologischen Wein umgestellt. Obwohl ich mir früher nie vorstellen konnte auf dem Land zu leben und Weinbauer zu sein, hat mich die Aussicht auf die Selbständigkeit sehr gereizt. Hinzu kommt, dass ich es als Privileg sehe an einem solchen Generationenprojekt mitzuarbeiten und dass die Herstellung und der Verkauf von Wein eine ziemlich vielseitige Sache ist. Außerdem wurde mir klar, dass es nur wenige Produkte gibt, die schöner sind als Wein. Ich werde in Kürze auch einen Weinladen in Zürich eröffnen, womit ich dann auch noch ein Standbein in der Schweiz behalten kann und nicht komplett aufs Land ziehen muss.

QX: Wie kam es denn zu der Entscheidung, zusätzlich einen eigenen Laden zu eröffnen?

Fabian:
Die Sache mit dem Laden war eine Bauchentscheidung. Nach fast zehn Jahren in der Schweiz wollte ich auf jeden Fall probieren, unsere Weine in irgendeiner Form in der Schweiz zu vertreiben. Ich habe dann zufällig ein Inserat für Büroräume in der Josefstrasse gesehen und spontan gedacht: perfekte Location für einen netten Weinladen. Der Laden befindet sich im ziemlich trendigen Kreis 5 in unmittelbarer Nähe der Josefwiese und den neugestalteten Viaduktbögen.

QX: Warum glaubst Du, dass die Schweizer Interesse an deutschem Wein haben könnten?

Fabian: Deutsche Weine haben in der Schweiz bisher kein herausragendes Image und generell sind die Schweizer ja auch nicht so begeistert von den vielen Deutschen die sich in der Schweiz niederlassen. Ich glaube trotzdem, dass sich unsere Weine erfolgreich in der Schweiz verkaufen lassen werden. Die Schweizer sind sehr qualitäts- und genussorientierte Weintrinker. Mit unserer Fokussierung auf das Premium-Weinsegment und der führenden Rolle im biologischen und authentischen Weinbau, liegen genau dort unsere Stärken. Wir haben ein sehr hochwertiges Produkt, das wir zu einem guten Preis in einem attraktiven Markt anbieten können. Die Herausforderung liegt also hauptsächlich darin, den Wein gut zu vermarkten und einzigartige Einkaufs- und Genusserlebnisse anzubieten. Wir überarbeiten deshalb auch grundsätzlich unser Produktsortiment und freuen uns bald einen neugestalteten Bio-Prosecco anbieten zu können.

QX: Was ist Dein Vanity?

Fabian: Ich glaube, dass bei mir immer verschiedene Eitelkeiten gerade Konjunktur haben. Momentan beschäftige ich mich recht intensiv mit meinem Bart. Nach drei Jahren glattrasiertem Bankerleben genieße ich es diverse Bartfrisuren auszuprobieren…