QX: Philipp, mit 17 bist Du Deutschlands erfolgreichster Podcaster. Mit Deinem Podcast „Mein iPhone und ich“ sorgst Du momentan für viel Furore. Was machst Du da eigentlich?
Philipp: Ich berichte über meine Erfahrungen rund um das iPhone. In den 5 – 45 minütigen Videos gibt es alles zum Thema iPhone, iPhone-Zubehör und Applikationen. Zu finden sind diese online und kostenlos. Seit März 2010 gibt es das Ganze auch noch fürs iPad.
QX: Wie kamst Du auf Die Idee?
Philipp: Ich war schon immer technikverrückt – meine erste große Liebe sozusagen. Mit 6 Jahren faszinierten mich Videokameras, mit 10 Jahren hatte ich dann meine erste Homepage. Als 2008 das iPhone auf den Markt kam wollte ich mehr darüber wissen, fand im Internet aber nur spärliche Informationen. Also habe ich kurzerhand beschlossen, selber etwas zu machen. Irgendwie habe ich damit wohl eine Marktlücke entdeckt und es scheint den Leuten zu gefallen. Aus den 500 Zuschauern vom Anfang sind mittlerweile 50 000 bis 60 000 pro Ausgabe geworden. Mit diesen kam auch das Interesse großer Konzerne und Werbekunden. Dank dieser konnte ich meinen Sendeplatz vom Kinderzimmer in mein eigenes Aufnahmestudio verlegen und mir das entsprechende Equipment zulegen.
QX: Podcasten ist aber nicht Deine einzige Leidenschaft. Auf der Leadership Conference 2011 in Kronberg durften wir Dich bereits live als Speaker erleben.
Philipp: Angefangen hat alles mit 14 als ich auf der Niche09, einem BarCamp speziell zum Thema Podcasting, die Initiative ergriff, einen einstündigen Vortrag zum Thema „Video-Distribution im Internet“ zu halten. BarCamps sind offene Konferenzen, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern selbst entwickelt und gestaltet werden. Was ich damals noch nicht ahnte war, dass hier auch Presse- wie auch Unternehmensvertreter unterschiedlicher Konzerne anwesend waren. Seither werde ich immer häufiger zu Kongressen, Messen und Tagungen als Referent meist zu den Themen „Kommunikationsverhalten der Generation Y“, „Social Media Marketing“ oder „Leadership 2.0“ eingeladen - 2011 waren es knapp 50 in ganz Europa.
QX: Was macht für Dich den Reiz am Reden vor Publikum aus?
Philipp: Seit ich klein bin liebe ich es im Mittelpunkt, vor Menschen oder auf der Bühne zu stehen. Natürlich will ich auch ein Stückchen die Welt verbessern – wer will das nicht. Es ist toll, wenn Vorstände und CEOs großer Konzerne sich etwas von mir sagen, sich begeistern oder auch belehren lassen. Außerdem kann ich jede Menge Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen.
QX: Wenn Du so gerne auf der Bühne stehst, wann sehen wir Dich als Schauspieler?
Philipp: Interessiert mich sehr und halte ich mir auch offen. Was noch nicht ist, kann ja noch werden.
QX: Letztes Jahr hast Du Dich mit Deinem eigenen Unternehmen, der Phipz Media UG, selbstständig gemacht. Laut Bildzeitung gehört Dir zusammen mit 99 anderen Deutschen die Zukunft. Wo siehst Du Dich?
Philipp: Ehrlich gesagt habe ich noch keinen Masterplan für die nächsten Jahre erstellt. Momentan bin ich im Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mal sehen, ob denen mein Konzept nicht zu abgefahren ist. Wenn alles klappt, werde ich vielleicht bald wöchentlich im Fernseher zu sehen sein. Beruflich werde ich sicherlich auch nach dem Abi im Medien- und Beraterumfeld tätig bleiben. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.
QX: Hand aufs Herz: Und was macht die Schule?
Philipp: Das ist die zweithäufigste Frage, die ich nach „Mensch, was habe ich in deinem Alter gemacht?“ immer wieder höre. Ich hatte nie Probleme in der Schule und war immer ein guter Schüler ohne mich groß bemühen zu müssen. Ich bin meinem Direktor sehr dankbar, dass er mich für meine Tätigkeiten außerhalb der Schule oftmals vom Unterricht freistellt und mir vor seinen Lehrerkollegen Rückendeckung gibt. Aber natürlich muss ich wie jeder andere auch die Klausuren mitschreiben. Eigentlich müsste ich mir um alles unter einen Hut zu bekommen, meine Zeit sehr genau einteilen. Das ist allerdings absolut nicht mein Ding.
QX: Ehrgeizig und verpeilt – wie passen denn die beiden Eigenschaften zusammen?
Philipp: Wahrscheinlich stimmt der Spruch: Ein Genie überblickt das Chaos. Nein im Ernst, es sind zwei meiner Eigenarten und bisher fahre ich ganz gut damit. Vielleicht gerade deswegen, weil sie so konträr sind. Ich verfüge über keinerlei Zeitmanagement und mache die Dinge meist so wie sie kommen. Zwar bedeutet das manchmal Nachtschichten, aber so klappt es auch, dass ich mir ohne schlechtes Gewissen viel Zeit für Freizeit und meine Freunde nehmen kann.
QX: Und was machst Du, wenn Du mal ein bisschen Zeit zum Verschnaufen hat?
Philipp: Ich liebe die Berge. Sei es im Sommer beim Bergsteigen oder im Wintern ab auf die Piste - Ski oder Snowboard, ganz egal.
QX: Als unser Dezember-Vanity kommst Du um die Frage nach deinem perfekten Adventstag natürlich nicht rum.
Philipp: Ganz klischeehaft-kitschig: Viel Schnee, zusammen mit der Familie unterm Tannenbaum bei einer guten Tasse Tee und Plätzchen.
QX: Und Dein Vanity?
Philipp: Ich möchte es immer jedem Recht machen. Ich kann – außer es ist wirklich konstruktiv - ganz schlecht mit negativer Kritik umgehen und tue immer alles, damit auf meinem Feedbackbogen nur Pluspunkte zu finden sind. Naja, und außerdem kann ich ganz schlecht zu etwas „Nein“ sagen.