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Christoph Surel

QX: Christoph, momentan bist Du noch Bereichsleiter Financial Services bei PAYBACK - jedoch nicht mehr lange. Deine neue Mission heißt Everbasics mit dem Ziel, Männern ihr Leben zu vereinfachen. Wie kann man sich das vorstellen?

Christoph: Das ist relativ einfach: Es gibt Männer, für die (Frei-)Zeit ein kostbares Gut ist. Diese Männer wollen Ihre Zeit nicht in Kaufhäusern, Warteschlangen und Umkleidekabinen verbringen. Sie wollen und müssen aber, um in der heutigen Zeit erfolgreich zu sein, immer top gepflegt aussehen. Mit unserem „Männer-Abo“ bestellen diese Männer Unterwäsche, T-Shirts, Socken, Pflegeprodukte etc. nur noch einmal. Wir sorgen dafür, dass diese Basics immer zur richtigen Zeit zuverlässig nach Hause geliefert werden.

QX: Und was passiert mit dem Leben der Frauen?

Christoph: Das wird dadurch auch automatisch besser: Zum einen müssen sie ihre Freunde/Männer nicht mehr in Unterhosen und Socken sehen, die längst in den Müll gehören. Zum anderen kaufen bei sehr vielen Paaren in unserer Zielgruppe tatsächlich die Frauen für die Männer ein. Damit ist jetzt auch Schluss. 

QX: Wird es Everbasics auch für Frauen geben?

Christoph: Das möchte ich nicht ausschließen. Aber erst mal müssen die Frauen noch selbst shoppen gehen, was sie meiner Erfahrung nach gar nicht so ungern machen… 

QX: Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Christoph: Es kamen einige Dinge zusammen. Ich habe mich schon sehr oft selbst geärgert, wenn ich samstagmittags in die Stadt gefahren bin und dann die Hälfte von den Dingen, die ich immer brauche, mal wieder ausverkauft war. Zudem habe ich mich schon immer intensiv mit Start-Up Ideen beschäftigt, da viele meiner Ex-Kollegen von Roland Berger eigene Firmen gegründet haben. Es gibt in den USA ein Modell, das in manchen Bereichen mit unserem Ansatz vergleichbar ist. Es zielt jedoch auf die Männer, die „ihren Hintern nicht so richtig hoch bekommen“. Mir war sofort klar, dass wir uns mit Everbasics auf die jungen und dynamischen Manager fokussieren werden. 

QX: Nun hast Du bei PAYBACK keinen klassischen „Nine-to-Five-Job“. Dennoch hast Du Everbasics parallel zu Deinem regulären Job aufgebaut. Wie sah in dieser Zeit ein „normaler“ Arbeitstag für Dich aus?

Christoph: Nach der Entscheidung für Everbasics war ich schnell wieder bei Arbeitszeiten angekommen, wegen denen ich vor 4 Jahren Roland Berger verlassen hatte: 4 Uhr aufstehen und bis 8 Uhr die eigene Firma vorantreiben. Tagsüber PAYBACK (immer mit dem 2. Blackberry in der Hand) und nach 21 Uhr dann wieder Unterwäsche designen, Feedback auf Website-Entwürfe geben und Vermarktungsansätze ausarbeiten. Klingt anstrengender, als es tatsächlich ist: Wenn man drin steckt, fühlt es sich eher wie ein cooles Hobby an und nicht wie ein Job. Ich kann auch jeden Tag sagen: nö, heute mal nicht. 

QX: Für das Projekt kündigst Du also Deinen Job. Mag manch einer sich fragen, warum Du Dich in solch ein Risiko stürzt?

Christoph: Das kommt darauf an, wie man Risiko definiert. Ich habe die besten und spannendsten 2 Jahre vor mir, in denen ich wahnsinnig viel lernen werde – und das mit 100% Wahrscheinlichkeit. Ich kann arbeiten, wann und wo ich will. Finanziell ist es sicherlich ein gewisses Risiko, aber auch mit großen Chancen verbunden. Wenn Everbasics in 2 Jahren läuft ist alles bestens – wenn nicht, werde ich eine neue Herausforderung suchen, ich kann mir Schlimmeres vorstellen … 

QX: Und was wirst Du in der Zeit machen, in der Du nicht arbeitest?

Christoph: Seitdem wir unseren Labrador Karli haben, gehe ich wahnsinnig gerne laufen. Früher war mir das viel zu langweilig alleine. Mit Hund ist es super. Ich bin vor kurzem meinen ersten Halbmarathon gelaufen und werde mir für das kommende Jahr einen schönen Marathon aussuchen. Zudem fahren wir oft mit dem Mountainbike in die Berge oder in den Isar Trails. Dazwischen feiern wir sehr gerne und viel, egal ob Singstar, Halloween Parties oder auf der Wies’n (Anmerkung der Redaktion: das Oktoberfest). 

QX: Wo wir beim Sport sind: Stimmt es, dass Du mit Tommy Haas zusammen Tennis gespielt  hast?

Christoph: Ja, das stimmt. Wir sind der gleiche Jahrgang und haben in den 90-er Jahren viele Turniere zusammen gespielt. Leider war ich nie so gut wie er und habe auch nie gegen ihn gewonnen. Als er dann in die USA ging, ist der Kontakt abgebrochen. Ich wollte meine ganze Jugend über Tennisprofi werden und habe es bis in die 2. Bundesliga geschafft. Eine chronische Schulterverletzung hat mir dann einen Strich durch die Rechnung gemacht, worüber ich heute sehr froh bin.

QX: Und die Frage aller Fragen: Was ist Dein Vanity?

Christoph: Meine goldenen Adidas Sneakers – auf die lasse ich nichts kommen.